Ausländerkontingent

Wie viele Ausländer sollten in der NL zugelassen werden?

  • 3

    Abstimmungen: 3 5,8%
  • 4

    Abstimmungen: 36 69,2%
  • 6

    Abstimmungen: 12 23,1%
  • 8

    Abstimmungen: 0 0,0%
  • 10

    Abstimmungen: 0 0,0%
  • unbegrenzt

    Abstimmungen: 1 1,9%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    52

ici

Stammspieler
Mitarbeiter
#1
Wie seht ihr es mit dem Ausländerkontingent. Ich sehe die aktuelle Regel mit vier Ausländern pro Spiel als optimal. Bei einer Öffnung glaube ich nicht, dass die Lohnkosten gesenkt werden. Zwar wird man Spieler in der dritten und vierten Linie eventuell günstiger ersetzen können. Dafür werden einige Clubs sich dann einfach noch mehr Top-Ausländer gönnen und in Situationen in denen die Playoffs weiter in die Ferne schweifen, wird man auf diesen Positionen kräftig nachrüsten. Das Resulatat werden höhere Kosten sein. Negativ sehe ich auch die Auswirkungen für unseren Nachwuchs. Junge Spieler werden noch mehr Mühe haben Fuss in der höchsten Liga zu fassen. Für mich arbeitet man aktuell komplett in die falsche Richtung.
 

Sven Svenson

Lückenfüller
#2
Bin auch klar gegen eine Erhöhung des Ausländerkontingents. Klausi hat das in seinem Artikel eigentlich sehr gut zusammengefasst:

https://www.watson.ch/sport/eismeis...ender-regel-denn-sie-wissen-nicht-was-sie-tun

Ich finde es schon sehr krass, dass man kurz nach einer Ablehnung der Erhöhung nun gleich auf 10 Ausländer und unbegrenzte Lizenzen ausweiten will. Das nimmt dann ja schon fast DEL'sche Züge an. Ich glaube auch nicht, dass man damit Geld einspart. Die Schere zwischen den grossen und kleinen Clubs wird einfach wieder grösser und das Schweizer Eishockey wird leiden, da man die sowieso schon knappen Plätze für Junioren so fast vollständig streicht.
 

saubueb7

Lückenfüller
#3
Ich sehe eine leichte Erhöhung für gerechtfertigt. Vor allem für die Konkurrenzfähigkeit der ganzen Liga ist es für schwächere Teams unheimlich schwierig gute CH-Spieler unter Vertrag zu nehmen. Man nimmt, was auf dem Markt ist und kann kaum ein Team zusammenstellen und gezielt Spieler für ein System oder eine besteimmte Position verpflichten. Bei 6 Ausländern würde dies aus meiner Sicht ein Wenig entschärft. 1-2 CH Spieler Weniger bei den Top Teams, was sie wiederum frei macht für andere Teams, zusätzlich können 6 gezielte Spieler geholt werden, welche ins System und ins Team passen.

Bei den Lizenzschweizer habe ich kein Problem, ich empfinde diese grundsätzlich als Bereicherung der Liga, wobei auch die Junioren profitieren können, wenn zusätzliche Qualität da ist.

Zusätzlich würde ich eine Regel einführen, welche besagt, dass eine gewisse Anzahl U20 oder (U23) Spieler auf dem Matchblatt sein müssen, falls mit 6 Ausländern gespielt wird. Ich habe mehr bedenken, dass man den Jungen noch weniger die Chance gibt, darum sollte man, da irgendwas machen.. Scheiss auf Farmteams, die sollen in einer guten Elite A spielen (Aufwertung der Juniorenliga) oder bei einem "richtigen" NLB Team oder die Chance im Fanionteam erhalten, aber es soll kein künstlicher Pool kreiert werden.. es gibt genug Platz.
 

Swiss-cow

Lückenfüller
#5
finde den artikel von zaugg für einmal auch absolut richtig. und ein kommentar bei diesem artikel hat es meiner meinung auf den punkt gebracht.
mit der aktuellen lage sind viele vereine dazu verpflichtet weniger geld auszugeben weshalb es die chance ist auf eigengewächse / ch-spieler zu setzen. nun macht man das mit dieser unsinnigen ausländer regel kaputt.
 
#6
Ich bin auch kein Freund dieser Idee.
Was ich aber viel schlimmer finde als die 10 Ausländer auf dem Eis, ist wie offensichtlich scheissegal den Entscheidungsträger die Meinung der Fans ist.

Die Clubbosse sind zu 100% selber Schuld an den zu hohen Lohnkosten der Schweizer Spieler. Dieses selbstverschuldete Problem versuchen sie jetzt mit einer Massnahme zu lösen, von der sie genau wissen wie extrem unbeliebt sie bei den Fans ist.
 
#7
Wobei ich die Auswirkungen einer Ausländererhöhung nicht als soooo dramatisch einschätze.
Momentan nehmen uns die Ausländer 12*4=48 Arbeitsplätze weg. Dazu kommen ca. 40 Lizenzschweizer: 48+40=88
Mit der neuen Regelung wären es dann 10*12=120 Arbeitsplätze die an Ausländer vergeben könnten(!), es ist ja nicht gewiss das wirklich jede Mannschaft 10 Ausländer einsetzen wird. Es gäbe dann also maximal 32 Arbeitsplätze weniger für Schweizer in der NLA.
Was man auch noch bedenken muss: Es ist ziemlich wahrscheinlich dass die NLA in absehbarer Zukunft auf 13 oder 14 Teams aufgestockt wird. Bei 14 Teams wären die weggefallenen Arbeitsplätze dann ziemlich genau kompensiert.

Dass dies die Nationalmannschaft schwächen sollte sehe ich nicht. Die Nachwuchsspieler die das Potential zum Natispieler haben können sich auch bei erhöhter Konkurrenz in der NLA durchsetzen bzw. wechseln schon im Juniorenalter nach Nordamerika. Zum Problem wird es am ehesten für Torhüter.

WIrklich schaden wird diese Änderung nur den 30-40 schlechtesten NLA-Spielen, die dann ihre Brötchen in der NLB verdienen müssen, und vor allem den Lizenzschweizern die dann plötzlich einen deutlich geringeren Marktwert haben.

Ich bin auch gegen diese Änderung, aber den Alarmismus vieler Kritiker kann ich nicht teilen.
T. Roost hat die Defizite der Schweizer Nachwuchsarbeit mal an zwei Stellen lokalisiert: Bei der Anzahl lizenzierter Spieler und bei der Nachwuchsarbeit bei den sehr jungen Spielern (10 - 14 Jahre). Dort müsste man den Hebel ansetzen um das Schweizer Hockey langfristig zu verbessern.
 

ici

Stammspieler
Mitarbeiter
#8
Die Aufstockung auf 10 Ausländer ist definitiv keine Lösung um die Kosten zu senken. Die effektiven Kosten sind nun mal mindestens doppelt so hoch wie bei einem Schweizer. Warum den Clubs dies nicht bewusst ist, ist mir schleierhaft. Aber scheinbar arbeitet man an den Wünschen der Fans vorbei. Anstatt einen Salary Cap zu vereinbaren, will man die Lohnkosten über eine Öffnung senken, welche genau das Gegenteil zur Folge haben wird.

@ Deecee
Betreffend Nationalmannschaft hast du sicherlich recht. Da wird es keine grossen Auswirkungen geben, da die Schweizer Top-Spieler weiterhin entweder im Ausland spielen oder mit vergoldeten Verträgen in der Schweiz unterwegs sein werden.
Auch Roost hat recht. An diesen zwei Punkten wird in Kloten und auch bei anderen Clubs gearbeitet. Als erste Auswirkung hat man aktuell bei Kloten einen massiven Anstieg an Kindern in der Hockeyschule.
 

XAALLAAX

Lückenfüller
#9
Vielen Dank Deecee für deinen Beitrag, sehr ausgewogen argumentiert und gelungen formuliert.

Wenn die Liga aufgestockt wird, dann macht die Ausländererhöhung immerhin Sinn, um das Niveau der Liga zu halten. Ohne Soft Cap allerdings finanziell ein Schuss in den Ofen.

Bezüglich Nachwuchsarbeit bin ich wie so oft bei Roost; wir müssen unbedingt bei mehr Kids das Feuer fürs Hockey entfachen! Je breiter die Basis der Pyramide ist, desto höher kann man sie bauen. Da lese ich noch so gerne, dass die Hockeyschule starken Zulauf hat. :)
 
#10
Der Softcap bzw. das "Financial Fairplay" ist ja noch nicht vom Tisch, es wird vermutlich beides geben.
Soweit ich informiert bin beinhaltet das momentan geplante Paket:

1. 10 Ausländer, unbegrenzt Lizenzen
2. Financial Fairplay
3. Abschaffung des Auf-/Abstiegs nach sportlichen Kriterien

Mich persönlich stört das Letzte ehrlichgesagt mehr als die Ausländerregelung. Der Auf- und Abstiegskampf gehört zur Schweizer Sportkultur und ist mit das Interessanteste was das Klubhockey zu bieten hat.
Hockeyfans machen sich Heute noch darüber lustig, dass der SC Bern vor 40 Jahren am Grünen Tisch aufgestiegen ist - in Zukunft wird das die einzige Möglichkeit sein überhaupt aufzusteigen...
 
Zuletzt bearbeitet:

Emilius

Flaschenhalter
#11
Der Softcap bzw. das "Financial Fairplay" ist ja noch nicht vom Tisch, es wird vermutlich beides geben.
Soweit ich informiert bin beinhaltet das momentan geplante Paket:

1. 10 Ausländer, unbegrenzt Lizenzen
2. Financial Fairplay
3. Abschaffung des Auf-/Abstiegs nach sportlichen Kriterien

Mich persönlich stört das Letzte ehrlichgesagt mehr als die Ausländerregelung. Der Auf- und Abstiegskampf gehört zur Schweizer Sportkultur und ist mit das Interessanteste was das Klubhockey zu bieten hat.
Hockeyfans machen sich Heute noch darüber lustig, dass der SC Bern in der vor 40 Jahren am Grünen Tisch aufgestiegen ist - in Zukunft wird das die einzige Möglichkeit sein überhaupt aufzusteigen...
Dann können wir ja froh sein, ist der damalige Aufstieg am grünen Tisch bei uns fast 60 Jahre her.

Im Ernst: Mich dünkt die Abschaffung des Auf-/Abstieges auch das grösste Problem. Bei den Ausländern sehe ich die Gefahren, letztlich ist es aber den Clubs überlassen, wie stark sie das ausreizen/umsetzen. Auf-/Abstieg hingegen ist eine direkt-strukturelle Frage, bei welchen sich die Verbände einfach regelmässig lächerlich machen - zuletzt mit dem Versuch, die Ticino Rockets während laufender Saison am grünen Tisch zu retten. Die ökonomische Dimension der Corona-Krise hat einfach alles noch einmal ad Absurdum getrieben. Es ist ihnen schlichtweg egal, was die Zuschauenden denken, sie demonstrieren, dass sie es sich (noch) leisten können, zu tun und lassen was sie wollen.

Auf-/Abstieg ist wichtig. Ambri, Rapperswil und Konsorten starten seit jeher in die Saison mit der Ambition, diesen zu verhindern. Olten hat den Aufstieg als Fernziel, Ajoie und Visp auch. Für viele Clubs geht jegliche sportliche Ambition verloren und zwar just in dem Moment, wo die Playoffs ausser Reichweite geraten. Eigentlich könnten sie aus sportlicher Sicht in diesem Augenblick Forfait geben. Enttäuschte Hoffnungen im Auf-/Abstiegskampf sind mit solchen um die Meisterschaft zu vergleichen. Es sind die gleichen Emotionen. Wir Klotener kennen ja auch beides. Nun wird den entsprechenden Teams dieser Aspekt geraubt. Es ist, als würde man den Meistertitel auf unbestimmte Zeit aussetzen, weil er ein grosser Kostentreiber ist.

Nun, diese Einsicht wird in fünf Jahren auch im Verband kommen. Nur ist dann vielleicht die Kluft zwischen Spitze, "Mittelbau", Schwanzclubs und Spitzenclubs der NLB so gross, dass sich die Frage gar nicht mehr so stellt, wie es heute ist. Dann werden sie nach Massnahmen suchen, um das "Produkt" "attraktiver" zu gestalten, um für einmal ihre blöde Terminologie zu verwenden.
 
#12
Klaus neuster Artikel beschäftigt sich mit den Lizenzschweizern:
https://www.watson.ch/sport/eismeis...die-doppelte-dummheit-unserer-liga-zerstoerer

Von der Gegenseite ein Interview mit dem Reform-Turbo aus Zug:
https://www.blick.ch/sport/eishocke...-keine-auslaender-limitierung-id16256755.html


Für mich wirkt es ganz offensichtlich so, dass die Abschaffung des Lizenz-Schweizer-Status nur dazu dient als Argument zur Verharmlosung der Ausländererhöhung erzuhalten. Wirklich Gedanken zu den Konsequenzen der Abschaffung des Statuses hat sich niemand gemacht. An den Lizenzschweizern hat sich auch nie jmd. gestört, gehören doch die meisten eher zu den günstigeren Spielern.

Lengwilers Aussagen wirken realitätsfremd. Wie er davon redet, dass dann Mannschaften freiwillig auf Ausländer verzichten werden und aus reiner Überzeugung Junioren in die A-Mannschaft integrieren.. Wären die Vereine so vernünftig hätten wir die aktuellen Probleme ja gar nicht.
Immerhin sieht er ein, dass das Financial Fairplay das wichtigste Instrument zur Kostenreduktion sein wird. Da frag ich mich wieso man nicht in einem ersten Schritt nur dieses Financal Fairplay einführt und die Wirkungen abwartet. Anstatt mit der Ausländererhöhung und der Abschaffung des Abstiegs zwei zusätzliche Massnahmen einzuführen, deren WIrkungen auf die Kosten völlig fragwürdig ist und die bei den Zuschauern extremst unbeliebt sind.
Was die Abschaffung des Abstiegs zur Kostenreduktion beitragen wird erschliesst sich mir überhaupt nicht. Als würden Zürich, Zug, Bern, Lugano usw. so hohe Löhne zahlen weil sie Angst haben sonst abzusteigen. Die Vereine die noch am ehesten abstiegsgefährdet sind (Rappi, Langnau) sind ja genau die, die auch am vernünftigsten wirtschaften! Diese Massnahme ist wohl nur ein Zückerchen für die finanzschwächeren Vereine, damit diese dem Reformpaket zustimmen.
 
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